Mikrokredite ermöglichen wirtschaftliche Teilhabe
Es geht um nichts weniger als die Chance auf ein Leben in Würde. Mikrokredite können armen Menschen diese Chance bieten. Mit Mitteln zwischen 20 und maximal 1500 Euro können diese Menschen Unternehmer werden und selbstgemachte Schuhe auf dem Markt in La Paz oder auf der eigenen Nähmaschine gefertigte Bettwäsche in Bombay verkaufen. Sie verdienen ihr eigenes Auskommen, zahlen ihre Kleinstkredite zurück und kümmern sich häufig noch um die bessere Ausbildung ihrer Kinder. So können Wege aus der Armutsfalle aussehen.
Bislang haben rund 60 Millionen Menschen, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben mussten, einen solchen Mikrokredit erhalten. 80 Prozent von Ihnen sind Frauen. Mikrokredite werden an Menschen verliehen, die bei herkömmlichen Banken nicht als kreditwürdig gelten, da sie keine Sicherheiten angeben können. Oft genug reichen kleine Summen, um sie zu Kleinst- und sogar mittleren Unternehmern zu machen.
Muhammad Yunus stieg als einer der Ersten und als Banker 1976 in die Mikrofinanzierung in Bangladesh ein und gründete 1983 die erfolgreiche Grameen Bank, die inzwischen viele Nachahmer weltweit hat. Für seine Bemühungen um "die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten" erhielt er 2006 den Friedensnobelpreis. "Dauerhafter Frieden kann nur erreicht werden, wenn große Bevölkerungsgruppen Wege finden, um aus der Armut auszubrechen. Mikrokredite sind ein Mittel dazu", begründete das Friedensnobelpreiskomitee seine Entscheidung.
Die Förderung von Mikrofinanzierung ist fester Bestandteil der deutschen Entwicklungspolitik. Die Bundesrepublik gehört zu den führenden Geberländern in diesem Bereich.